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DAS ANTIKE RIMINI

Die archäologische Ausgrabungsstätte unter freiem Himmel

 Es sind schon viele Jahre ins Land gegangen seit jenem Juli 1843, als die "Vorzügliche Badeanstalt" in Rimini zu Beginn des Seebädertourismus in Italien und in der ganzen Welt eröffnet wurde. Mehr als 170 Jahre später ist dieser Strand in ganz Europa bekannt, und dabei weiterhin einer der beliebtesten und meistbesuchten bei italienischen wie ausländischen Touristen.
Rimini schlägt auch ein uraltes Herz, und der Glanz der Antike wurde in jüngeren Jahren wiederentdeckt, was zu einer Wiederentdeckung der Stadt auch auf Seiten derjenigen Besucher geführt hat, die nach neuer kultureller Inspiration suchen. Ob Denkmäler aus römischer Zeit (der Augustusbogen, die Tiberiusbrücke, das römische Amphitheater, das Haus des Chirurgen - weltweit einzigartig) über mittelalterliche Zeugnisse und solche aus der Renaissance: derjenige, der Schönheit sucht, wird hier fündig.
Die Fresken aus dem 13. Jahrhundert in der Apsis der St. Augustin-Kirche und dem Kruzifix von Giotto sind Beispiele mittelalterlicher Schätze in der Stadt, geschaffen von Künstlern, die die aufstrebenden Künste der Renaissance bereicherten. Dank des mächtigen Geschlechts der Malatesta gibt es den reichgeschmückten Malatesta-Tempel, der von Leon Battista Alberti geplant wurde, sowie das Kastell Sigismondo, das von Sigismondo Pandolfo Malatesta erbaut wurde und kürzlich zum Ausstellungszentrum von internationalem Rang umgebaut wurde.

ARCO D'AUGUSTO (Augustusbogen)

Auf Erlass des Römischen Senats 27 v. Chr. erbaut; mit ihm sollte Augustus dafür geehrt werden, dass er die Via Flaminia und die wichtigsten Straßen Italiens instandsetzte.
Es handelte sich um ein Stadttor und bis 1936 hat es, flankiert von Gebäuden bescheidener Qualität, seiner ursprünglichen Funktion gedient. Der Bogen ist zweifellos eines der berühmtesten und wichtigsten römischen Monumente gesamt Norditaliens. Ist der Symbol der Stadt.

Öffnungszeiten: ganzjährig - Eingang: frei

PONTE DI TIBERIO (Tiberiusbrücke)

Nachdem man die Piazza überquert und die andere Hälfte des Corso d’Augusto durchlaufen hat, verlässt man das „römische“ Rimini über eine große fünfbögige Brücke aus istrischem Stein, die es erlaubt, den Marecchia zu überschreiten, den antiken Ariminus, den Fluss, der der Stadt den Namen und den Hafen gegeben hat. Diese Brücke wird nach Tiberius benannt, aber sie ist von Augustus begonnen und von Tiberius vollendet worden (14 – 21 n. Chr.), wie aus einer Inschrift hervorgeht, die mit leichten Varianten in die inneren Frontseiten der Brüstung gemeißelt wurde. Sie markiert den Anfang der Via Emilia.

Öffnungszeiten: ganzjährig - Eingang: frei

ANFITEATRO ROMANO (Römisches Amphitheater)

Mit dem Augustusbogen und der Tiberiusbrücke ist es das dritte der großen römischen Monumente, derer Rimini sich mit Recht rühmen kann. Einst war es eines der wichtigsten Amphitheater der Emilia-Romagna, heute gibt es nur noch wenige Überreste. Es hatte eine elliptische Form und eine Mauerstruktur, die sich aus vier elliptischen konzentrischen Ringen ergab, deren Gesamtdicke 21,80 m erreichte. Im III. Jh. wurde es in den Perimeter der neuen Stadtmauer hereingenommen. Während der Barbaren-Invasionen wurde es geplündert und niedergerissen; die größten Schäden trug es jedoch durch den letzten Weltkrieg davon. Heute sind nur einige Teile des grandiosen Bauwerks erkennbar (die Mauern der Arena, einer der Haupteingänge und einige Zugänge zu den Balkonen), allerdings bleibt es das einzige verbliebene Theater in der Emilia Romagna.

Öffnungszeiten: ganzjährig - Eingang: frei

DOMUS DEL CHIRURGO (Stadthaus des Chirurgen)

Eine kleine Pompei im Herzen von Rimini: im Juli 1989 sind bei Gelegenheit städtischer Umstellungsarbeiten an der Piazza Ferrari archäologische Materialien von beachtlichem Interesse ans Licht gekommen. Außer den Mosaiken hatte dieser Bereich im Lauf der Jahrhunderte bereits verschiedene Materialien „zurückgegeben“: eine Inschrift, Steinskulpturen und Überreste baulicher Dekorationen. Der aufgetauchte Komplex setzte sich aus dem sogenannten „Domus des Chirurgen“ aus römischer Zeit und einem spätantiken Gebäude zusammen. Das Gebäude ist als Wohnung und professionelles Studio eines wichtigen Arztes identifiziert worden, eine Art „Taberna medica domestica“ mit Räumen für den Empfang, die Untersuchung und die Heilung von Patienten; dies demonstriert das aufgetauchte beachtliche chirurgische, pharmakologische und therapeutische Instrumentarium.

Öffnungszeiten: ganzjährig von 08:30 bis 13:00 - von 16:00 bis 20:00 - Ruhetag: Montag
Eintritt € 6.00 - Reduzierter € 4.00 (das Haus ist durch die großen Fenster von außen sichtbar wird).

TEMPIO MALATESTIANO (Basilika Tempio Malatestiano)

Während des 13. Jhs. erbaut, beherbergte er sehr bald die Grabmäler der bedeutendsten Persönlichkeiten der Malatesta-Familie. Ende des 13. oder zu Beginn des folgenden Jahrhunderts hat hier, im Auftrag der Malatestas (nach Vasari), Giotto die Apsis mit Fresken ausgemalt: von den Arbeiten des großen toskanischen Malers ist nur ein großes, auf Holz gemaltes Kruzifix geblieben, dessen Enden verstümmelt sind. 1447 begann Sigismondo Malatesta damit, hier zwei Bestattungskapellen seines Hofes errichten zu lassen, für sich und seine Geliebte (später dann Gemahlin) Isotta degli Atti; 1448 gelobte er, den Tempel vollständig renovieren zu lassen, und 1450 oder wenig später begann er mit den Arbeiten. Das Äußere entwarf Leon Battista Alberti, innen jedoch sollte der traditionale gotische Stil der ersten zwei Kapellen beibehalten werden, worum sich Matteo de’ Pasti und Agostino di Duccio zu kümmern hatten.
Das Gebäude, welches mit einem großen runden Kuppelbau beschlossen werden sollte, ist in Folge der Exkommunizierung (1461), der Niederlage (1463) und des Todes Sigismondos Malatesta (1468) unvollendet geblieben.

Öffnungszeiten: ganzjährig - Eingang: frei